Weihnachten in Neapel

Weihnachten in Neapel hat zwar wenig mit „weiße Weihnachten“ zu tun, doch da man die ja leider auch in Deutschland immer seltener erlebt, lohnt der Besuch in eine der weihnachtlichsten Städte der Welt allemal. Die Adventszeit in Neapel ist gleichzusetzen mit verführerischen Düften, Klängen, Lichtern, Farben und nicht zu vergessen kulinarischen Genüssen.

Besonders weihnachtlich ist ein Besuch der Via San Gregorio Armeno. Sie wird auch die Straße der Krippenbauer genannt und lockt mit handgemachten Krippen und Krippenfiguren in den schillerndsten Farben und Materialien. Die Weihnachtskrippe hat einen wichtigeren Stellenwert als der Weihnachtsbaum in Neapel und der entscheidende Unterschied zur deutschen Weihnachtskrippe besteht darin, dass die neapolitanische Krippe Alltagsszenen abbildet. Natürlich findet man auch Maria, Josef und das Jesuskind doch genauso kann eine Pizzabäcker Figur ihren Platz neben den heiligen drei Königen bekommen.

Wie schnell die neapolitanischen Handwerker auf Ereignisse reagieren, konnte man diese Woche sehen – nicht eine Stunde war vergangen, schon wurde das freudige Ereignis über die Schwangerschaft von Prinz Williams Frau Kate umgesetzt. Am gleichen Tag konnte man in den Läden der Krippenbauer Neapels Figuren der schwangeren Kate im weißen Umstandskleid mit Prinz William an ihrer Seite bewundern.

Am besten gelangen Sie mit der U-Bahn Linie 1 zur Straße der Krippenbauer. Einfach bis zur Haltestelle Piazza Dante fahren und von dort zur Port’Alba gehen. Hier gelangen Sie über die Via San Sebastiano zur Via Benedetto Croce bis auf Höhe des Glockenturms der Kirche Santa Chiara.

Eine der größten Weihnachtskrippen der Welt können Sie im Museo Nazionale die S. Martino bewundern. Hier wird die Krippe Cuciniello ausgestellt, die 162 Menschen, 80 Tiere, 28 Engel und etwa 450 Miniaturgegenstände beherbergt.

Die Region Kampanien ist an Weihnachten auch für die „lebenden Krippen“ (ital.: presepi viventi) bekannt. Hierbei stellen echte Menschen die Weihnachtsszene nach. Besonders berühmt ist die lebende Krippe von Torre Annunziata. Seit über 20 Jahren wird hier eine originalgetreue Krippe mit Kostümen aus dem 17. Jahrhundert inszeniert. Auf drei Stockwerken (11m breit, 9m tief und 6m hoch), stellen über 40 „Krippenfiguren“ die Traditionen und die Berufe der Vergangenheit anhand Gesang, Choreographie und Tanz dar. Vorführungen finden jährlich in der Zeit vom 27., 28. und 29. Dezember und vom 03., 04. und 5. Januar statt.

In den Gassen der Altstadt von Neapel wird man zur Weihnachtszeit auch den Klängen der Zampognari lauschen können. In der Vergangenheit kamen die Schäfer aus den umliegenden Bergen nach Neapel um mit einer Art Dudelsack Weihnachtsmelodien zu spielen, heute wird diese Tradition fortgeführt, wenn auch mit immer weniger „echten“ Schäfern.


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Wer lieber weihnachtlichen Konzerten lauschen möchte, findet auch davon zahlreiche Offerten der Stadt Neapel. Ab dem 18. Dezember gibt es in der Via Chiaia ab 18 Uhr jeden Tag ein anderes Spektakel. Von Gospel über Sinfonieorchester über Volkstanzveranstaltungen bis Straßentheater.

Zwischen den ganzen Eindrücken, sollte man auch die neapolitanische Weihnachtsbäckerei nicht vergesen. Selbstverständlich gibt es auch hier, wie in ganz Italien, Pandoro und Panettone (italienische Weihnachtskuchen), doch typisch für die Stadt sind Raffioli und Roccocò. Die beiden Weihnachtsplätzchen bekommen Sie in ausgesuchten Konditoreien (ital.: Pasticcerie). Ein Meilenstein in Neapel ist beispielsweise die Pasticceria Giovanni Scaturchio (Adresse: Piazza San Domenico Maggiore, 19), die seit 1905 feinste Konditoreiwaren herstellt.

Neapel – Von Pizza Napoletana bis Presepi

Die Stadt Neapel ist mit fast 4 Millionen Einwohnern, die drittgrößte Stadt in Italien und besitzt die höchste Bevölkerungsdichte Europas. Vor bereits 3000 Jahren gründeten die Griechen Neapolis (=die neue Stadt) zwischen dem Golf von Neapel und den Doppelgipfeln des Vesuvs. Heute gilt sie als die Geburtsstätte der Pizza und als die Stadt mit dem vielleicht besten Espresso (ital.: Caffè) der Welt.
Ein Besuch Neapels ist immer ein Abenteuer, sei es wegen tausender knatternder Vespas, des neapolitanischen Kauderwelschs, oder der kleinen, labyrinthartigen Gässchen der Quartieri Spagnoli (spanische Viertel). Doch vielleicht ist es gerade diese quirlige Schönheit, die die Millionenmetropole so faszinierend macht. Die Altstadt wurde mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten sogar zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Zwischen Kunsthandwerkern, flatternder Wäsche und dem Tellerklappern aus den offenen Fenstern, offenbart sich dem Besucher hier noch heute das pulsierende Herz Neapels. Auf keinen Fall sollte man sich während eines Neapelaufenthalts den Besuch eines Marktes entgehen lassen. Besonders schön ist der Markt Mercato Porta Nolano. Nur einige Schritte von der Piazza Garibaldi entfernt besticht der Markt durch das Geschrei der Fischhändler und bunten Bottichen die bergeweise Muscheln, Fische und Meeresfrüchte offenbaren (Mo-Sa 8-16 Uhr geöffnet, So 8-14 Uhr).


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In der Altstadt dominieren Kirchen, antike Wohnhäuser und Barock Palazzi das Straßenbild. Die wichtigste Kirche Neapels ist der Dom San Gennaro, in dem alljährlich das Blutwunder stattfindet. Jedes Jahr am ersten Maiwochenende und am 19. September verflüssigt sich das in einer Ampulle aufbewahrte Blut des im Jahr 305 enthaupteten San Gennaro). Nicht minder mysteriös geht es in der Kapelle S. Severo zu. Hier werden zwei menschliche Skelette ausgestellt, die auf unerklärliche Weise in ein Gespinst aus versteinerten Adern eingesponnen wurden. Außerdem sind wunderschöne barocke Plastiken aus dem 17. und 18. Jh. zu besichtigen.
Wer noch tiefer in die Geheimnisvollen Seiten Neapels eintauchen möchte, sollte sich einen Ausflug in die Unterwelt Neapels nicht entgehen lassen: Unter der Stadt verbirgt sich ein 80 km langes Höhlenlabyrinth, das bis zu 40 Meter unter der Erde liegt. Die einzelnen Höhlen sind durch den Abbau des gelben Tuffsteins entstanden. Seit mehr als 2000 Jahren werden die unterirdischen Kammern für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt. Sie dienten als Zufluchtsorte, Kulträume, Katakomben oder Schutzbunker und noch heute finden sich an den Wänden die Spuren ihrer Bewohner. Das Tor zur Unterwelt liegt versteckt an der Piazza San Gaetano.
Die Altstadt bietet auch zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, vor allem im Bereich des Kunsthandwerks, der Antiquitäten und Souvenirs. Besonders lohnenswert ist ein Besuch der Via San Gregorio Armeno, die Straße der Krippenbauer (persepi). Die Anfertigung von Krippenfiguren, ist eine Tradition, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht und bis ins 19. Jahrhundert weltberühmt war. Die neapolitanischen Krippenfiguren sind einzigartig und sehr aufwendig in der Herstellung, von handgefertigten Terrakottaköpfen bis bestickten Kleider aus alten Stoffen sind die Figuren von Kopf bis Fuß kleine Kunstwerke. In der Weihnachtszeit werden die Geschäfte mit den originellen Miniaturfiguren von mehr als einer halben Million Touristen besucht.

Doch auch für den modernen Konsumgenuss bleiben in Neapel keine Wünsche offen. In der Via Toledo, einer der längsten Shoppingstraßen Neapels, gibt es unzählige Boutiquen und Filialen großer Ketten. Hier befindet sich auch die beeindruckende Galleria Umberto I.
Wer noch nicht genug vom Shoppen hat, biegt in die exklusive Via Chiaia ein, in der sich eine Markenboutique an die andere reiht. Die edelste Straße Neapels ist aber die sich anschließende Via dei Mille.
An der Piazza Trieste e Trento am Ende der Fußgängerzone, findet man das elegante Cafè Gambrinus im Stil der Belle Époque. Probieren sollten Sie hier unbedingt eine süße Spezialität aus Neapel, die Sfogliatella (eine gefächerte Blätterteigtasche mit Ricottafüllung). Schräg gegenüber liegt der Palazzo Reale.